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Wieviel ist genug?

Letztens bin ich auf eine amerikanische Studie gestoßen, die besagte dass das Wohlbefinden sich über ein Haushaltseinkommen von 75.000 Dollar jährlich nicht mehr steigert. Wohlgemerkt muss hier zwischen dem erlebten Wohlbefinden und der generellen Lebenszufriedenheit unterschieden werden, denn die Lebenszufriedenheit wurde von den Probanden der Untersuchung über diesen Betrag hinaus mit steigendem Gehalt als höher eingestuft.

Hä? Ich dachte ja immer dass das Wohlbefinden und die Lebenszufriedenheit das Gleiche wären. Nach einer tieferen Recherche bin ich auf eine mögliche Erklärung gestoßen. Wir bewerten unser Leben grundsätzlich nach zwei Maßstäben. Einmal durch das erlebende Selbst und durch das erinnernde Selbst. Das erlebende Selbst bewertet das erlebte Wohlbefinden. Dementsprechend gibt es eine Obergrenze an jährlichem Einkommen, über welches hinaus kein weiterer Anstieg des erlebten Wohlbefinden beobachtet werden kann. Das erinnernde Selbst bewertet die Lebenszufriedenheit. Ein höheres Einkommen bringt eine höhere Lebenszufriedenheit mit sich, weit über den Punkt hinaus, an dem es aufhört, irgendeinen positiven Effekt auf die Erfahrung dessen zu haben.

Die Erhebung der Studie ist aus dem Jahr 2010 und leider ging daraus nicht hervor ob es sich um ein Brutto- oder Nettohaushaltseinkommen handelt. Aber gehen wir mal davon aus, dass ein Bruttoeinkommen gemeint war. Wenn man diese Zahl auf 2018 bezieht und um die durchschnittliche jährliche Inflation von 2,2% korrigiert, landet man schon bei einer Summe von ca. 89.000 Dollar. Umgerechnet auf einen Euro Betrag (nach heutigem Umrechnungsfaktor 1 US-$ = 0,806€) ergibt das ca. 72.000€ [1].

Ich frage mich wieso das so ist? Wieso gerade diese Zahl und nicht 40.000€ oder 200.000€?

Anscheinend ist das die Zahl, die man heutzutage benötigt um sich ein angenehmes Leben leisten zu können. Eine schöne Wohnung oder Haus, ein ausreichend luxuriös ausgestattetes Fahrzeug, angemessene Kleidung, Urlaube und andere Freizeitaktivitäten. Alles darüber hinaus würde auf einer Glücklichkeitsskala keinen nennenswerten Sprung mehr machen.

Wenn man sich ein Smartphone leisten kann, dann könnte das subjektive Wohlbefinden einen riesigen Sprung machen. Wenn man sich ein iPhone der vorletzten Generation leisten kann, dann würde man vll. noch einen kleinen Sprung machen. Aber wenn man sich das allerneuste iPhone leisten kann, rührt sich das Wohlbefinden wahrscheinlich überhaupt nicht von der Stelle.

Kein Smartphone –> Smartphone:  entspricht auf einer Glücklichkeitsskala: „3“ –> „7“

Irgendein Smartphone –> iPhone der vorletzten Generation: „7“ –> „7,5“

iPhone der vorletzten Generation –> allerneuestes iPhone: „7,5“ –> „7,5“ [2]

Das würde bedeuten, dass mehr Geld nur dazu führen würde, dass wir uns mehr von der gleichen Sache kaufen könnten, uns der Erwerb dieser Sache aber nicht glücklicher machen würde [3]. Viele der Sachen die uns glücklich machen kann man nicht für Geld kaufen, auch wenn das abgedroschen klingt. Eine stabile Beziehung zu seinem Partner, ein gesundes Selbstbewusstsein, körperliche und psychische Gesundheit, gute Freunde, die Erfüllung des eigenen Geltungssinnes und Selbstverwirklichung.

Ich weiß auch nicht, ob ich die grundsätzliche Aussage glauben kann, dass ein höheres Einkommen über 72.000€ jährlich nicht glücklicher macht. Die in der Studie aufgezeigte Korrelation beträgt zwar genau Null, aber man weiß nichts über die Stichprobe. Vielleicht sind die höchsten in der Studie erfassten Gehälter z.B. 200.000€. Mit solch einem Job steigen natürlich auch die Arbeitsbelastung, der Stress und der erforderliche Zeitaufwand. Bei so einem Gehalt wird die Wochenarbeitszeit jenseits der 60 oder gar 80 Stunden liegen. Dieses Tauschgeschäft zwischen Geld und Zeit wird logischerweise nicht zu einem größeren Glücksempfinden führen. Aber wer durchaus durch das Raster gefallen sein könnte, sind Jahresgehälter jenseits der 1.000.000€. Ab einer gewissen Grenze könnte das subjektiv empfundene Glück durchaus wieder ansteigen.

Was man auch berücksichtigen sollte ist, wer die Studie zu welchem Zweck durchgeführt hat. Es könnte durchaus sein, dass diese Zahlen absichtlich so gewählt wurden, dass sie für einen gewissen Teil der Bevölkerung erreichbar sind. Für viele wird die Summe zumindest in greifbarer Nähe bleiben, so dass man die perfekte Möhre vorgehalten bekommt, der man hinterher rennen kann. Und wenn man die Summe tatsächlich erreicht, soll bezweckt werden, dass einen die eigenen Ambitionen nicht in höhere Regionen locken, da es ja eh zwecklose wäre, da nicht mehr Zufriedenheit in Aussicht steht. Schließlich muss das „System“ am Laufen gehalten werden.

Eine Sache sollte man bei recht „hohen“ Einkommen auch nicht vernachlässigen: Man verliert bis zu einem gewissen Maße die Fähigkeit die kleinen Dinge des Lebens zu wertschätzen. Eine angenehme Brise wenn der Frühling anfängt zu blühen, warme, von Herzen gemeinte, aufmunternde Worte, ein in orange-rot-lila getauchter Sonnenuntergang im Sommer, die Aussicht von einem Berggipfel.

Ich stimme darin überein, dass man nur so viel Geld haben sollte, dass Geld an sich kein Problem mehr darstellt. Dass einem die Sorge darüber vollständig genommen wird, so dass man sich wieder seinem richtigen Leben widmen kann. Wieviel das ist, muss letztlich jeder für sich selbst beantworten.

Anmerkungen:

[1] Die Steuerlast in den USA unterscheidet sich von der in Deutschland teilweise erheblich. Steuern in den USA variieren in unterschiedlichen Bundesstaaten, sind aber grundsätzlich niedriger als in Deutschland. Sozialabgaben wie bei uns gibt es in der Form auch nicht, so dass man davon ausgehen kann, dass sogar im Falle eines Bruttoeinkommens von 75.000$ viel mehr Netto hängen bleibt als bei einem äquivalenten Brutto in Deutschland.

[2] Ich habe die Basislinie für das Glücksempfinden ohne Smartphone auf eine „3“ gesetzt (Skala von 0-10), basierend auf unseren kulturellen Umständen – Deutschland im Jahr 2018. In einer anderen Kultur könnte das Basis-Glücksempfinden ohne Smartphone schon bei einer „7“ oder gar höher sein.

[3] Oder wir könnten uns anders gestaltete Sachen von der gleichen Kategorie leisten, die unser Glück aber nicht sonderlich beeinflussen würden. Um beim Beispiel des iPhones zu bleiben. Was ist der Vorteil eines iPhones gegenüber einem „billigen“ Einsteiger-Smartphone? Für den Alltagsgebrauch nicht viel, außer vll. etwas usability und natürlich den Status, der aus psychologischer Sicht nicht zu vernachlässigen ist.

Ist das jetzt Wahnsinn?

Vor kurzem habe ich mich mit einem guten Freund unterhalten. Er hat etwas für mich sehr interessantes erlebt, was ich euch nicht vorenthalten will. Er hat eingewilligt, dass ich die Geschichte hier erzähle, möchte aber namentlich nicht genannt werden, da der ein oder andere Leser ihn kennen könnte.

Also, besagter Freund, nennen wir ihn der Einfachheit halber F., hat einen recht lukrativen Beruf. Zudem war er jahrelang Single und führt ein bescheidenes noch recht studentenhaftes Leben. Damit meine ich jetzt nicht das Studentenleben was ihr euch jetzt vielleicht vorstellt. Wilde Partys bei den Medizinerinnen am Dienstag, mit den Psychologinnen am Mittwoch und bei der Verbindung der Austauschstudentinnen aus dem Osten am Donnerstag. Lange Schlafen, keine Verpflichtungen und so weiter. Nein, ich meine eher in dem Sinne, dass man mit einer 350€ Miete und 150€ für Lebensmittel im Monat zurechtkommt, kein Auto besitzt und nicht viel mehr braucht um glücklich zu sein.

Lukrativer Job + niedrige monatliche Ausgaben – Freundin = sehr viel angespartes Geld

F. hat also sehr viel Geld auf der hohen Kante, sich bisher aber nicht sonderlich für Investitionen interessiert, weswegen die ganze Kohle mehr oder weniger auf dem Giro Konto vor sich hin gammelte. Eines Tages vor nicht allzu langer Zeit, also vor kurzem, lernt F. ein nettes Mädel kennen – nennen wir sie S. Nach einigem hin und her scheint klar zu sein, dass die beiden sich riechen können, also werden sie ein  Paar.

Ich fragte F. wie es ihm mit der neuen, frischen Beziehung gehe (immerhin hatte er vorher nie eine wirklich ernsthafte Beziehung geführt) und er sprudelte nur so über vor lauter Glück. Es fehlten nur noch Regenbogen kotzende Einhörner zum perfekten Glück.

 

Monatelang ging das anscheinend so weiter und ich hörte nicht mehr viel von F. Wir wohnen immerhin in unterschiedlichen Städten und mit telefonieren haben wir es beide nicht so sehr, also war der Kontakt eher lose. Irgendwann, zufällig muss ich an F. denken und schreibe ihn an, wie es ihm denn so gehe.

„Ach, ich weiß nicht. Ich glaube ich muss mit S. Schluss machen.“

„Waaaas?? Ich dachte sie wäre die Liebe deines Lebens und du bist überglücklich mit ihr?“

„Jaaa, aber irgendwie weiß ich nicht. Irgendetwas passt nicht.“

Ich denke mir noch „Ok, da stimmt was nicht“, also sage ich zu F. „Bleib ruhig und mach’ keinen Scheiß. Lass uns am Samstag treffen.“

Gesagt getan, also sitze ich am Samstag Abend bei ihm in seiner 1-Zimmer Butze. Nach ein paar Bierchen und dem üblichen hin-und-her Geplänkel um sich warm zu reden, kommt er endlich auf den Punkt.

„S. hat mir einen angeblich idiotensicheren Investment Tipp für mein brachliegendes Geld gegeben. Ich habe die Kohle investiert und jetzt ist sie so gut wie weg, weil das Investment ein Flop war.“

Nachdem ich das Bier, welches gerade dabei war genüsslich meine Kehle hinabzulaufen, quer über seinen 0,25m2 Wohnzimmer-/Esstisch verteilt hatte, musste ich erst lachen, dann weinen und dann nochmal nachfragen: „Du hast was?!“

Vielleicht noch kurz zum Hintergrund: Mein Freund F. hat eine technische Profession erlernt und arbeitet auch in einem entsprechenden Beruf. Er besitzt ein hoch analytisches Denkvermögen und kann sehr gut rationale Entscheidungen treffen. Auch wenn er sich mit dem Thema Investments noch nicht auseinander gesetzt hat, so ist er sehr wohl in der Lage zu entscheiden was ein vernünftiges Investment wäre und was ein eher unvernünftiges Investment wäre, da es einfach jeglicher rationaler Grundlage entbehrt. Seine Freundin S. ist Krankenschwester und hat sich in ihrem Leben auch noch nicht mit Investmöglichkeiten beschäftigt (die Geschichte wie sich F. und S. kennenlernten und wie sie zusammenkamen ist an sich ein eigenes Posting wert).

Also frage ich mich wie zur Hölle mein hochanalytischer Freund F. auf die Idee kommt „todsichere“ Investment Tipps von seiner Freundin S., der Krankenschwester, blindlings und halbwegs ungeprüft anzunehmen. Und zu allem Überfluss auf Grundlage dieses Witzes auch noch der Meinung zu sein, S. abschießen zu müssen (er hat mir eine Latte von Begründungen genannt wieso das Investment-Fiasko zum Schluss der Beziehung führen sollte, lasse diese hier aber mal aus diversen Gründen weg).

Ok, ich lasse meinen Freund also mit der Bitte zurück erstmal nichts zu tun und die Füße still zu halten. Achja, den Bier-Speichel-Mix aus meinem Mund auf seinem Couchtisch habe ich ebenfalls da gelassen.

Am nächsten Tag rufe ich also seine Freundin S. an, mit der Bitte um ein Treffen. Einfach so, bisschen plaudern, ganz locker mal hören wie sich mein Kumpel F. so macht und ob er sich auch zu benehmen weiß.

Ein paar Tage später treffen wir uns in einem Café. Wir sitzen nett beisammen und plaudern, ich weiß nicht so recht wie ich das Thema zur Sprache bringen soll, also platze ich einfach damit heraus: „Du, F. hat mir von deinem heißen Investment Tipp erzählt. Du hast schon mitbekommen, dass das Ganze ein ziemlicher Reinfall war?“

S.: „Waaas?! Echt jetzt? Scheisse, wie konnte das denn passieren? Mir wurde gesagt, dass das Ding wirklich todsicher ist.“

Ich: „Ahhjaa, es wurde dir gesagt? Darf ich denn fragen woher du den Tipp hast?“

S.: „Naja, im Krankenhaus war einer der Patienten um die ich mich gekümmert habe ein Investmentbanker. Er war wirklich ein sehr netter junger Mann. Der Investmentbanker hat mir da von einer todsicheren Anlagemöglichkeit erzählt. Ich bin in letzter Zeit so glücklich, dass ich F. habe und dass er immer so viel Geld für mich ausgibt, was wirklich nicht nötig wäre. Da wollte ich ihm etwas Gutes tun und habe den Investmentbanker gleich nach den ganzen Details gefragt und diese an F. weitergegeben.“

Diesmal konnte ich den Kaffee zumindest in mir behalten.

„Du weißt schon, dass F. jetzt kurz davor ist mit dir Schluss zu machen, wegen dieser ganzen Sache?“

S. war nicht so erfolgreich darin ihren Kaffee bei sich zu behalten. Egal, mein Pulli musste eh wieder gewaschen werden.

Ok, um die Geschichte mal kurz zusammen zu fassen und zu Ende zu bringen. Mein Freund F. ist super glücklich mit seiner neuen Freundin S. Zum ersten mal in seinem Leben fängt er an Geld auszugeben (wenn auch nicht für sich) – nicht dass das an sich etwas gutes wäre. Seine Freundin S. ist ebenfalls super glücklich mit ihrem Freund. So sehr, dass sie ihm zur Liebe (und vll. wegen einem schlechten Gewissen, dass er so viel Geld für sie ausgibt?) etwas Gutes tun will und ihn mit einem Investment Tipp versorgt. Mein Freund F. nimmt diesen blindlings an, ohne ihn zu prüfen. Nachdem die Sache schief läuft, ist er so sehr verletzt, dass er daran denkt mit seiner Freundin Schluss zu machen?

Ist das jetzt Wahnsinn oder was??

Aaaalso, was will ich mit dieser ausufernden Geschichte eigentlich sagen?

1.) Macht euer Lebensglück nicht von sowas wie Finanzen abhängig.

2.) Denkt für euch selber. Niemand ist dafür qualifiziert euch zu sagen wie ihr die Welt erlebt.

3.) Großartige Gelegenheiten haben niemals den Titel „großartige Gelegenheit“.

PS: F. und S. haben die Sache zum Guten geklärt und sind immer noch glücklich zusammen.

PPS: Danke an F., dass ich diese Geschichte teilen darf. S. weiß nichts davon.

Wie Du dir etwas Freiheit erdenken kannst

Dieses nagende Gefühl. Ich MUSS es haben. Unbedingt. Ich kann OHNE einfach nicht Leben. Wenn ich mir DAS jetzt kaufe, dann werde ich ein viel glücklicherer Mensch. Ich werde die Freude verspüren es zu besitzen und ein tolles Gefühl haben, wenn ich es benutze. Eigentlich ist es recht teuer, aber ich muss unbedingt das Top Produkt aus der Reihe haben. Ohne ALLE Funktionen macht das gar keinen Sinn für mich.

Hattest du diesen oder einen ähnlichen Gedankengang auch schonmal gehabt? Hast du jemals einen neuen Laptop gebraucht, weil dein alter den Geist aufgegeben hat und eigentlich hätte ein 300€ Einsteigermodell es getan aber am Ende bist du bei einem Macbook Retina gelandet der das 5-fache gekostet hat? Ein wenig surfen, ab und zu etwas in die Tastatur hacken, das war’s schon eigentlich. Das sollte einen auf keinen Fall mehr als 300€ kosten und doch tippe ich diese Zeilen gerade auf einem MacBook. WTF?!

Am Anfang ist die Freude groß, wenn man den neuen Karton in der Hand hält und seine neueste Errungenschaft auspackt und das erste mal benutzt. Man redet sich ein, dass es die immensen Kosten auf JEDEN FALL wert war. Schau her Welt, was man alles Tolles mit diesem feinen Ding machen kann! Ein Peak der Freude!

Und doch ist das Leben meistens nach 2 Wochen wieder ganz normal und man fühlt sich so wie immer. Der temporäre Impact den dein neuester Kauf ausgelöst hat, ist weg. Einfach so. Wie kann das sein? Ich habe doch 5-mal so viel dafür ausgegeben wie die profanen Teile kosten, die jeder andere hat. Dann muss es mich doch auch 5-mal so glücklich machen?!

Nope, nicht die leiseste Spur davon!

Komischerweise definieren wir heutzutage unser Glück danach was wir alles KAUFEN. Wieso denken wir, dass wir glücklicher werden wenn wir für etwas Geld ausgeben?

In einigen Fällen stimmt das sogar. Ich bin ja ein großer Fan von Zahlen, also schauen wir uns doch schnell ein Beispiel an.

Vergleichen wir mal die zwei Nachbarn Peter Status und Hans Glück. Hans fährt ein gebrauchtes Auto für 10.000€. Das ist weder neu, noch ist es nach neuster Mode designed. Dafür ist es zuverlässig und verbraucht wenig Sprit (was nebenbei noch unserer Umwelt, in der wir schließlich leben, zu Gute kommt).

Peter hat ein neues, tolles und schickes Premium Automobil für 80.000€ in seiner Einfahrt stehen. Jeden Samstag poliert er es ganz stolz und fühlt sich gut bei dem Gedanken, dass seine Nachbarn vor Neid platzen (die juckt das aber nicht die Bohne, wenn sie schön mit dem Fahrrad zum Bäcker fahren und die ersten Sonnenstrahlen tanken).

Jetzt müsste man doch meinen, dass Peter mit seinem Luxusschlitten auch 8-mal glücklicher ist? Vielleicht ist er das ja auch, wenn er sich in jeder Tiefgarage sorgen machen muss, neben welchem Auto er parken kann, bei dem die Wahrscheinlichkeit einen Kratzer im teuren Perleffekt-Lack abzubekommen am geringsten ist.

Vielleicht ist er das auch, wenn er sich die ganze Zeit sorgen darum macht, wenn die Nachbarskinder ein wenig den Ball hin und her kicken, dass sein Auto was abbekommen könnte. Vielleicht ist er das auch, wenn seine Frau mal mit ihren Freundinnen eine Runde zum angeben durch die Stadt fahren will und das einzige woran er denken kann ist, dass sein Auto unversehrt bleibt.

Vielleicht, vielleicht, aber ich denke eher nicht.

In der Zwischenzeit (wenn Peter ganz eifrig schon seit einer Stunde seine Karosse poliert), röstet Hans selbst seine Fairtrade, Bio Kaffeebohnen, um sie anschließend zu mahlen und daraus den leckersten Kaffe der Welt zu kochen. 1kg davon kostet zwar nicht die üblichen 10€, sondern 30€. Der Geschmack und das unglaublich gute Gefühl das Hans beim Trinken dieses Kaffees hat, machen ihn definitiv 3-mal so glücklich. Und der Preisunterschied macht Hans nur 20€ „ärmer“, während Peter für sein „Glück“ 70.000€ mehr ausgegeben hat als Hans.

Ich weiß ja nicht, aber irgendwie scheint mir das Leben von Hans glücklicher und damit erstrebenswerter zu sein.

Was ist deine Meinung dazu? Lieber 80.000€ Proll-Mobil oder Fairtrade Bio-Kaffee? Oder beides?