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Quo vadis Innovation ?

Wie könnten zukünftige Innovationen rund um Start-Ups aussehen? Wie generiert man Ideen die wirklich zukunftsfähig sind und ein reales Bedürfnis von Kunden decken und nicht nur den Anschein einer plausiblen Idee haben?

Aktuell geht der Trend sehr stark zu Technologie Unternehmen. Facebook hat zwar schon einige Jährchen auf dem Buckel, gilt aber immer noch als Paradebeispiel der Tech-Firmen. Andere Start-Ups versuchen es Facebook nachzumachen und ein milliardenschweres Geschäftsmodell zu entwickeln. Dabei haben die meisten Gründer einen technischen Hintergrund aus der Informatik, sind also Programmierer oder sonstige IT Spezialisten. Am liebsten hätten sie es wenn sie einen Code schreiben, ihn online stellen und schwupps hat man ein milliardenschweres Unternehmen. Keine schnöde Akquise, kein Kundenkontakt, kein ätzender Service. In Ruhe was zusammen hacken und absahnen. Leider funktioniert das so nicht. Die meisten innovativen Start-Ups der letzten Jahre, sind weniger auf der technologischen Ebene innovativ, als vielmehr auf der psychologischen Ebene. Gerade Facebook ist da ein Paradebeispiel. Facebook bedient unser Ur-Bedürfnis nach sozialem Kontakt, nach Austausch und Vernetzung und auch nach „Stalking“. Wir interessieren uns eben für die Leben anderer Leute, am besten Leute die wir kennen und am allerbesten können wir das Leben dieser Leute verfolgen, ohne dass diese Leute viel davon mitbekommen.

AirBnB ist auch ein gutes Beispiel für ein Start-Up, das eher auf einer psychologischen Innovation basiert. Vermittlungsportale rund um Ferienwohnungen gab es schon lange vor AirBnB. Die Gründer von AirBnB haben aber festgestellt, dass viele Reisende das Bedürfnis haben in „echten“ Wohnungen zu übernachten. Vll. sogar nur in einem Zimmer zu Gast bei anderen Leuten zu sein. Neue Menschen kennenlernen, mit ihnen eine Verbindung eingehen, sich von ihnen die neue Stadt zeigen lassen. Nicht irgendwo anonym ein Zimmer von einer riesigen, gesichtslosen Gesellschaft mieten, sondern sich mit „echten“ Menschen verbinden. Das ist die wahre Innovation von AirBnB und die hat mit Technologie nicht viel zu tun.

Wie kommt man jetzt also auf Ideen die eine Innovation sein könnten? Meiner Meinung nach müsste man sich sehr viel mit den psychologischen Mechanismen des menschlichen Verstandes beschäftigen, mit den wahren Bedürfnissen die rund um Themen wie Reisen, Mobilität, Wohnen, Beziehungen, Arbeit, Gesundheit und Fitness entstehen. Viele Unternehmen sind in den vorher genannten Bereichen sehr erfolgreich unterwegs, bedienen aber nur das primäre, offensichtliche, „oberflächliche“ Bedürfnis. Es gibt rund um diese Themen aber noch viele, bis dato nicht identifizierte und oder bediente Bedürfnisse.

Es ist natürlich von Vorteil wenn man ein solches Bedürfnis findet und eine Methode hat, dieses adäquat zu adressieren, die Methode auch selber umsetzen zu können, sprich sie programmiertechnisch selbst realisieren zu können. Zumindest eine erste, rudimentäre Version, die als MVP dienen kann. Dies empfinde ich persönlich aber nicht als so kritisch wie die Fähigkeit sich empathisch in jemanden reindenken und sein wahres Bedürfnis rund um ein Angebot erfühlen zu können.

Oftmals reicht es aus, wenn wir etwas Introspektion betreiben und in uns selbst reinschauen. Was sind unsere eigenen Bedürfnisse wenn es ums Reisen oder Wohnen oder die Arbeit geht? Was ist uns wichtig? Was brauchen wir von einem Service, was wir uns nicht mal selbst bewusst machen, es aber spüren?

Welchen Service oder welches Produkt würdet ihr euch in eurem Leben wünschen? Was vermisst ihr? Was gibt es Eurer Meinung nach noch nicht oder nicht gut genug oder nicht in ausreichender Menge?

Wenn ihr frei von den von euch erfühlten Zwängen wärt und euer einziger Job darin bestünde das Leben anderer Menschen zu verbessern, welche Innovation würdet ihr dann auf die Beine stellen?

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