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Sei kein Esel!

Ich musste heute wieder an eine Parabel denken die ich einmal gelesen hatte.

Ein Esel steht genau auf halbem Wege zwischen einem Heuhaufen und einem Wassertrog. Er kann sich nicht entscheiden ob er zuerst trinken oder fressen will. Er wendet sich unentschlossen erst zum Einen, dann zum Anderen, nur um sich wieder um zu entscheiden. Letztlich bricht der Esel verdurstend und verhungernd an Ort und Stelle zusammen.

Wenn man diese Geschichte liest, dann denken wir uns. „Blöder, alter Esel“. Es liegt doch ganz klar auf der Hand, dass er zuerst zum Wassertrog gehen und trinken kann, um anschließend zum Heuhaufen rüberzugehen und zu fressen. „Wo liegt das Problem?!“.

Und doch beobachte ich wie viele Menschen sich genauso verhalten wie der Esel, mich eingeschlossen. Es scheint ein Phänomen vorwiegend der jüngeren Generation zu sein. Wir haben uns viele Sachen vorgenommen und wollen gleich alles, am besten gleichzeitig. Wir verdammen die Gesellschaft dafür, dass sie uns zwingt uns für eine Sache zu entscheiden und dabei zu bleiben. Dabei realisieren wir aber nicht, dass wir durchaus alles haben und machen können. Eben nur nicht gleichzeitig. Wir können einige Jahre eine Sache machen, dann einige Jahre eine andere Sache dann vielleicht einige Jahre noch eine andere. Es erfordert lediglich Priorisierung und Geduld. Diese zwei Wörter sind schnell und einfach geschrieben und noch schneller gesagt, aber mit Sicherheit nicht leicht umgesetzt. Sobald wir uns auf eine Sache eingeschworen und diese einige Zeit verfolgt haben, setzt unser „Monkey Brain“ ein und springt mental schon wieder zur nächsten Sache. Auf einmal scheint uns unsere Prio 2 auf unserer Liste doch attraktiver zu erscheinen als die Prio 1. Eine kleine Abwechslung von der inzwischen monotonen Arbeit an Prio 1 kann doch nicht schaden, oder? Wir tun uns in dieser schnelllebigen Welt, die voller Möglichkeiten ist, sehr schwer Geduld zu haben und unsere Vorhaben der Reihe nach abzuarbeiten. Und so arbeiten wir an vielen Dingen gleichzeitig und kommen doch in keiner so recht voran.

Der amerikanische „Starinvestor“ Warren Buffett hat eine sehr einfache und doch kreative Herangehensweise wenn es um seine Ziele geht. Seinem langjährigen Privatpiloten hat er diese einmal verraten. Mache eine Liste mit 25 Dingen die du machen oder erreichen willst. Kreise die 5 absolut wichtigsten darunter ein, die du unbedingt in der nächsten Zeit machen oder erreichen willst. Übertrage diese 5 Dinge in eine neue Liste. Das wird deine neue „To-Do-Liste“. Die Ziele 6-25 aus deiner ersten Liste werden zu den „vermeide um jeden Preis“ Dingen. Am besten vergisst du diese so lange bis du deine TOP-5 umgesetzt hast.

Fokus ist in unserer Zeit anscheinend eine Superkraft.

Sei also bitte kein Esel.

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