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Freiheit durch Disziplin

Hast du auch schonmal „erfolgreiche“ Leute beobachtet und dir gedacht: „wie zur Hölle schaffen die das?!“ Nehmen wir z.B. Richard Branson. Er hat im Laufe seiner unternehmerischen Laufbahn über 300 (!) Unternehmen aufgebaut. Man braucht ja nur mal auf Wikipedia in die Liste seiner Virgin Group Unternehmen zu schauen. Ganz „nebenbei“ engagiert er sich für Umweltschutz, verfolgt philanthropische Tätigkeiten, treibt sehr viel Sport (meistens auf seiner Privatinsel Necker Island), spricht auf vielen Veranstaltungen zu jungen Unternehmern, hat sich an einige Weltrekordversuche gewagt (z.B. Heißluftballonüberquerung des Atlantik) und hat nicht zuletzt eine Familie mit Frau und zwei Kindern. Von seiner verrückten Vergangenheit bestehend aus Sex, Drugs und Rock’n’Roll wollen hier erst gar nicht sprechen. Außerdem ist der Typ die Leichtigkeit in Person und anscheinend niemals gestresst. Also, wie zum Teufel schafft dieser Branson das?

Auf diese Frage wird es mit Sicherheit keine leichte und eindimensionale Antwort geben. Letzten Endes werden viele Faktoren mit in die Gleichung einfließen ob und wie erfolgreich jemand wird. Aber bei den vielen Biografien die ich inzwischen von vermeintlich erfolgreichen Leuten wie z.B. Steve Jobs, Winston Churchill, Arnold Schwarzenegger oder dem eben angesprochenen Richard Branson (Pardon, SIR Richard Branson) gelesen habe, kann man einen roten Faden erkennen. Eine Sache ist all diesen Leuten gemein. Jeder von ihnen legt eine unglaubliche Disziplin an den Tag. Wenn sie sich einmal an einer Sache festgebissen haben, dann brennen sie so dermaßen dafür, dass es sie erst wieder loslässt, wenn sie ihr Ziel erreicht haben.

Folgendes wird dir mit Sicherheit bekannt vorkommen. Wenn du mal eine Idee für etwas hast, dir etwas in den Kopf gesetzt hast oder einfach nur Feuer gefangen hast für ein bestimmtes Thema, dann bist du am Anfang ganz enthusiastisch und positiv aufgeregt. Du willst ganz schnell anfangen und alles sofort umsetzen und machen. Doch nach einiger Zeit, manchmal schon am nächsten Tag, erscheint dir die Idee oder das Vorhaben doch wieder nicht so gut. Du landest wieder im alten Trott. Sogar wenn du die Idee immer noch gut findest, so hat dich nach einigen Tagen oder Wochen der Feuereifer wieder verlassen und es wird mühselig. Wie vermeiden erfolgreiche Leute wie Richard Branson solche „Fallen“?

Was ich aus vielen Biografien herausgezogen habe:

1.) Wenn du einmal eine Entscheidung getroffen hast, dann hinterfrage diese nicht mehr, sondern arbeite an der Umsetzung.

Was genau meine ich damit? Was ich an mir selber und einigen anderen Leuten feststelle, ist, dass Entscheidungen keine wirklichen Ent-Scheidungen sind. Wir entscheiden nicht endgültig, sondern lassen uns noch eine Tür auf. Die Entscheidung ist oft nicht lange genug bis zum Schluss durchdacht worden und vor allem fehlt das „Commitment“, die Selbstverpflichtung darauf. Die Selbstverpflichtung ist fast noch der wichtigere Aspekt. Denn wenn es mal unangenehm wird (und das wird es früher oder später immer), dann sorgt das richtige Commitment auf die getroffene Entscheidung dafür, dass ich dran bleibe und nicht den nächstbesten leichten Ausweg nehme.

2.) Richte deine Umwelt so ein, dass sie zu deinen Zielen passt und nicht umgekehrt.

Ich stelle bei mir selber fest, dass ich meine Ziele und Vorhaben an meine aktuelle Lebenssituation und meine Umwelt anpasse. Das kommt mir ganz natürlich und normal vor. Ich habe nunmal den Job den ich habe, lebe in der Stadt in der ich lebe, habe Zugriff auf die Leute die ich nunmal kenne und benutze die Hilfsmittel mit denen ich mich auskenne. Wenn meine Ziele aber mit den Randbedingungen meines aktuellen Umfeldes nicht effizient zu erreichen sind, dann ist das ungefähr so als schiebe man eine riesige Steinkugel einen Berg hinauf. Idealerweise sollte man den Stein aber bergab rollen lassen. Soll heißen: gegen meine Umwelt komme ich nicht an (in dem Fall, dass meine Ziele gegenläufig zu meinem Umfeld sein sollten). Wenn ich das weiß, dann sollte ich lieber mein Umfeld so einrichten, dass es kongruent zu meinen Zielen ist. Als Arnold Schwarzenegger z.B. der beste Bodybuilder aller Zeiten werden wollte, ist er ins Mekka der Bodybuilding Szene gezogen – aus dem beschaulichen Thal in Österreich ins kalifornische Venice Beach – nur um sicherzugehen, mit den damals besten Bodybuildern zusammen trainieren zu können, von ihnen zu lernen, mit ihnen zusammen zu leben, um sich an der Spitze der Szene zu tummeln und möglichst viel Zeit mit den A-Spielern zu verbringen, um dann selber zur absoluten Speerspitze zu werden.

3.) Sofortiges Handeln

Es kam nicht selten vor, dass die Sekretärinnen von Winston Churchill sich bis 2 Uhr Nachts in Bereitschaft halten mussten um Diktate von ihm entgegen zu nehmen. Egal ob es um eines seiner nobelpreisträchtigen historischen Werke, politische Anweisungen als Premierminister oder einfach nur Ideen für die Umgestaltung seines Landsitzes handelte. Wenn ihm etwas im Kopf herumspukte, dann musste er sofort darauf handeln, und sei es auch nur den ersten Schritt zu tun und es irgendwo handschriftlich festzuhalten. Daraus ist auch seine berühmte „action this day“ Mentalität entstanden.

Wenn erstmal die Entscheidung mit der dazugehörigen Selbstverpflichtung gefällt wurde, das Umfeld an die eigenen Ziele angepasst wurde, dann müssen alle dieses Ziel betreffenden Ideen sofort in Handlungen umgesetzt werden. Nur so kommt man seinen Zielen konsequent Schritt für Schritt näher.

Diese drei Punkte von oben verlangen einem eine gehörige Portion Disziplin ab. Frag mich nicht wie man diese Disziplin konsistent an den Tag legt – ich habe dazu auch noch keine Lösung gefunden. Aber mir ist in diesem Zusammenhang eine Leuchte aufgegangen.

Disziplin bedeutet Freiheit

Die besten Dinge des Lebens liegen hinter der Grenze der Disziplin. Viele Dinge des Lebens die als erstrebenswert angesehen werden, können nur mit der ausreichenden Disziplin erreicht werden.

Ein schlanker Körper wird nur durch die richtige Ernährung und sportliche Betätigung erreicht. Einmal reicht da nicht. Deswegen benötigt es eine ordentliche Portion Disziplin um einen starken, gesunden Körper aufzubauen.

Eine liebevolle, verständnisvolle, erhebende Beziehung zu seinem Partner ist nur möglich, wenn man bereit ist die vielen, teils unangenehmen Gespräche zu führen und wirklich an der Beziehung zu arbeiten und diese aufzubauen. Auch das ist ohne Disziplin nicht möglich.

Beruflichen Erfolg zu haben, wie auch immer man diesen für sich persönlich misst, erfordert viel Übungszeit um in seiner Profession besser zu werden. Es erfordert viele unangenehme Gespräche zu führen, Verantwortung zu übernehmen und emotionale Arbeit zu leisten. Das hat ohne Disziplin mit Sicherheit noch keiner geschafft.

Wäre das nicht ein guter Vorsatz für das nächste Jahr? Jeden Tag mit etwas mehr Disziplin zu leben? Auch wenn es noch etwas früh ist für Neujahrsvorsätze….

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