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Wieso Du unzufrieden bist

Woher kommt die permanente Unzufriedenheit der Menschen mit ihrem Status Quo?

Ich weiß ja nicht wie es euch geht, aber ich habe eigentlich ständig ein leichtes Gefühl der Unzufriedenheit. Vielleicht nicht unbedingt jeden Tag, aber schon regelmäßig. Mal mehr, mal weniger. Da ist dieses leichte Unwohlsein, dass es immer noch besser geht. Egal was man gerade erreicht hat, ob im beruflichen oder privaten Bereich, gibt es diese Stimme im Hinterkopf die einem zuflüstert, dass das alles viel zu lange dauert, dass der Ansatz um seine Ziele zu erreichen doch Bullshit ist, weil er nach 2 Wochen keine sichtbaren Resultate produziert.

Und auch wenn man einen Zwischenschritt erreicht hat und eigentlich zufrieden mit sich sein könnte, fällt man spätestens am Tag danach in ein Loch und fängt an, sich seine Errungenschaft madig zu machen.

Damit ihr besser verstehen könnt was ich meine, hier ein Beispiel aus meinem eigenen Leben:

Ich wollte nebenbei unbedingt ein eigenes Business haben. Ich hatte eine Idee. Ich fand die Idee super, ich habe diese umgesetzt und mehr oder weniger ein Jahr nebenberuflich daran gearbeitet. Nichts wird euch durch ein größeres Emotionskarussel jagen, als ein eigenes Business zu haben. Jeden Tag „heiß-kalt“ Spielchen, manchmal mehrmals am Tag, aber mindestens jeden Tag anders. Heute Top. Morgen Flop. Dann wieder andersrum. Eigentlich war ich immer nur maximal 10 Minuten zufrieden und gleich danach Unzufrieden. Ständig sind einem noch 100 Sachen eingefallen, die man hätte besser oder anders machen können. Die ersten Zweifel an der Grundidee waren auch schnell da und am liebsten hätte ich direkt etwas anderes gemacht, was aber aufgrund der Art des Business nicht ging. 10.000 Energieriegel im eigenen Keller wollen erstmal an den Mann gebracht werden.

Woher kommt also dieser Drang nach immer mehr, nach immer weiter oder oft auch einfach nach etwas anderem? Vor allem: was will uns das Gehirn damit sagen?

Eins vorweg: ich habe auch keine Ahnung. Ich kann nur berichten was ich an mir beobachtet habe und was ich denke, was in meinem Fall zutrifft.

Ich lese viel. Sehr viel. 1-2 Bücher jeden Monat, Artikel, Blogbeiträge. Ich höre Hörbücher, eins pro Monat. Aber nicht irgendwas. Alles Bücher, Artikel, Blogs die mit Persönlichkeitsentwicklung, Psychologie, Lebensführung, Business und im groben mit Erfolgsprinzipien zu tun haben. Ich lese also jeden Tag von super erfolgreichen Menschen – in jedem Lebensbereich und -sinn. Alle Prinzipien die dort gelehrt werden anzuwenden ist unmöglich wenn man noch irgendwie seinen Lebensunterhalt verdienen muss (zumindest für mich). Aber man sieht doch einen roten Faden, der sich durch die meisten Bücher und Biografien durchzieht. Das ist auch ein Grund, wieso ich diesen Blog schreibe.

Ich sehe also täglich was im Leben so alles möglich ist und dagegen halte ich mein eigenes Leben. Autsch. Das sollte dann eigentlich schon alles erklären. Aber gehen wir noch etwas tiefer. Ich bin davon überzeugt, dass das Streben nach einem besseren Leben, nach mehr Geltung und Selbstverwirklichung tief im menschlichen Genom verwurzelt ist. Die Menschheit ist seit jeher progressiv ausgerichtet. Der ein oder andere wird dieses Gefühl vielleicht nicht haben, wenn er sich in seinem direkten Umfeld umschaut. Nichts desto trotz ist es aber nunmal so. Sonst würden wir wahrscheinlich immer noch in unseren Höhlen hocken, das Fleisch der Mammuts roh vom Knochen reißen und uns gegenseitig mit Keulen verprügeln.

Wenn ich jetzt zu diesem Grundbedürfnis, die zahlreichen Biografien und Geschichten erfolgreicher Menschen und ihre Prinzipien des Erfolgs hinzunehme, wird mir der Unterschied zwischen dem was ich habe und dem was möglich wäre, noch deutlicher bewußt. Damit wir uns nicht falsch verstehen. Ich sehe mich als jemanden mit einem hohen Lebensstandard und das kann ich ruhigen Gewissens auch von jedem in meinem Umfeld behaupten. Es ist jetzt nicht gerade so, dass ich einen Job mit Mindestlohn hätte und nach einem besseren Lebensstandard strebe, in dem Sinne dass ich mir eine schön eingerichtete Wohnung, mal einen Urlaub, qualitativ hochwertige Kleider in ausreichendem Maße und Restaurantbesuche leisten kann. Das sind alles definitiv Dinge die einen Lebensstandard ausmachen und doch sind es am Ende des Tages nur materielle Dinge oder Erfahrungen die in die Kategorie „Entertainment“ gehören und nicht zu meinem Geltungs- oder Selbstverwirklichungsdrang beitragen. Was meine ich also wenn ich davon rede „was möglich“ ist? Es ist die Art Leben, die dazu führt, welchen Beitrag man zur Gesellschaft leistet, wie man seine Kreativität auslebt, indem man das Leben anderer Menschen verbessert und dabei tiefe und bedeutungsvolle Beziehungen mit ihnen eingeht. Den „Impact“ den man auf dieser Welt hinterlässt. Davon rede ich.

Was will mir mein Gehirn also mit dem Gefühl der Unzufriedenheit sagen? Wahrscheinlich, dass ich es besser kann. Unzufriedenheit sollte eigentlich als eine positive Emotion wahrgenommen werden. Es bedeutet, dass mein Gehirn glaubt, dass ich noch bessere Ergebnisse erzielen kann. Vielleicht wende ich nur die falschen Methoden an? Vielleicht bin ich einfach nur zu ungeduldig? Vielleicht muss ich einfach nur flexibler werden?

Dementsprechend sollte auch der Umgang mit unserer Unzufriedenheit sein. Es ist ein Handlungsbedarfssignal. Wir müssen etwas machen. Wir müssen etwas ändern. Und das Gute daran: wir können es auch.

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