Archiv für den Monat: August 2017

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Du hast immer noch keinen Erfolg? Ich verrate dir warum

Es ist schon lustig wie die meisten Menschen den Erfolg anderer betrachten. Auf einmal ist er da! Der sogenannte Übernacht-Erfolg. Wir sehen wie andere scheinbar aus dem Nichts alles erreichen, was wir auch wollen. Sie sind erfolgreich, haben Vorzeige Familien, sind fit und schlank, schönes Auto, schönes Haus. Kurz: Sie leben ihren Traum. Es müssen ja nicht gleich alle Dinge auf einmal sein. Oft reicht der Erfolg eines Mitmenschen in nur einem Bereich aus, um uns neidisch zu machen.

Die harte Wahrheit ist aber, dass Erfolg kein Ereignis, sondern ein Prozess ist.

Neid bedeutet, dass man einem anderen Menschen etwas nicht gönnt. Und dieses Gefühl kann nur aufkommen, wenn wir dieses Etwas selber haben wollen, es aber noch nicht haben. Wir neiden jemand anderem seinen fitten und schlanken Körper nur, wenn wir selber auch einen haben wollen, aber unsere überflüssigen Pfunde einfach nicht loswerden können.

Die Entscheidung

Am Anfang steht die Entscheidung. Wenn wir wirklich in irgendetwas erfolgreich sein wollen, dann müssen wir uns als erstes und wichtigstes aktiv dazu entscheiden.

Ich habe früher in jüngeren Jahren mäßig gut Gitarre gespielt. Ich hatte einige Freunde die richtig gut waren. Wenn wir uns zum „jammen“ getroffen haben, habe ich mir immer gewünscht so gut wie die anderen zu sein. Ich habe es bei mir immer auf mangelndes Talent geschoben. Was ich mir damals aber nicht eingestehen wollte: Die anderen haben auch täglich 3-5 Stunden geübt. Jeden Tag! Immer und immer wieder die gleichen Techniken hoch und runtergespielt, bis die Fingerkuppen so schmerzten, dass es nicht mehr ging. Ich war damals nicht bereit, diese Mühsal auf mich zu nehmen. Ich hatte nicht die Entscheidung getroffen, das Gitarrespielen zu meinem Hauptfokus im Leben zu machen. Ich war zu zerstreut, hatte zu viele Hobbys und damit zu viele Prioritäten. Deswegen bin ich auch kein sehr guter oder gar erfolgreicher Gitarrenspieler geworden.

If you have more than three priorities, then you don’t have any“ – Jim Collins

Der Prozess besteht meist im bewussten Üben. Das geht zurück auf die Theorie der 10.000 Stunden Regel. Der schwedische Psychologe K. Anders Ericsson hat die 10.000 Stunden Theorie aufgestellt. Zu weitläufiger Bekanntheit ist sie dann durch den Autor Malcolm Gladwell gelangt.

In den Medien hat diese Regel auch schon ihren Einzug gefunden. Was aber oft weggelassen wird, ist der Zusatz bewusst. Es geht also nicht darum einfach nur 10.000 Stunden lang irgendetwas zu machen und danach richtig gut darin zu sein, sondern es geht darum bewusst und bedachtsam zu üben.

Mann muss jedoch bereit sein diesen Weg zu gehen, und andere Wege dafür bewusst auszuschließen. Das ist der Grundsatz einer Ent-scheidung. Man scheidet bewusst von anderen Optionen.

Hard choices, easy life. Easy choices, hard life“ – Jerzy Gregorek

Der erste Schritt ist also bewusst die Entscheidung zu treffen in etwas richtig gut zu werden, ergo Erfolg zu haben. Dafür muss man dann aber auch genauso bewusst andere Sachen vernachlässigen. Leider haben wir Menschen nicht den Fokus in allen Lebensbereichen zur Spitze gehören zu können. Ich würde mir auch wünschen jeden Tag 10 Stunden meiner kreativen Arbeit widmen zu können, 5 Stunden mit Bücher lesen zu verbringen, 5 Stunden mit meiner Frau reden und schöne Sachen unternehmen zu können, 2 Stunden trainieren zu können, 2 Stunden mit Journal schreiben, meditieren und reflektieren verbringen zu können, 3 Stunden mit Freunden zu verbringen, 3 Stunden Filme und Serien zu schauen, 8 Stunden zu schlafen. Wer nachgerechnet hat, wird feststellen, dass das ein Tag auf einem anderen Planeten sein muss, der mehr als 24 Stunden hat.

Man muss wissen was man will. Ich habe in einem früheren Artikel erwähnt, dass man anstatt fester Ziele zu haben, lieber kurzfristige, 3-6 monatige Experimente machen sollte, die einen total begeistern und in die man für diese Zeit all seine Energie steckt. Man kann innerhalb eines Jahres für jeden Lebensbereich ein solches Experiment durchführen und nutzt dann die besten sich daraus ergebenden Optionen.

You don’t have to be great to start, but you have to start to be great“ – Zig Ziglar

Die Selbstverpflichtung

Nachdem du den ersten Schritt der Entscheidung gegangen bist, musst du dich dieser verpflichten oder im Denglischen: committen.

Ohne eine starke Selbstverpflichtung gegenüber dem Prozess, dem Ziel oder dem Experiment, welches man anstrebt, wird einen die Motivation recht schnell verlassen. Wenn wir an einer Sache arbeiten, dann müssen wir uns am Anfang noch mit Willenskraft dazu aufraffen. Willenskraft verhält sich aber wie eine Batterie. Irgendwann ist sie leer. Vor allem das Treffen von Entscheidungen entleert diese Batterie. Wenn wir also am Anfang des Tages noch voller Tatendrang und gewillt sind Dinge zu tun und Entscheidungen zu treffen, liegt das einfach daran, dass die Batterie noch voll ist. Wenn der Tag sich jedoch dem Ende entgegen neigt und wir schon viele Entscheidungen getroffen und uns oft überwunden haben, dann ist einfach keine Willenskraft mehr da.

Wenn wir uns jedoch einem Ziel so richtig verschrieben haben, wenn wir ein echtes commitment eingegangen sind uns so sehr darauf eingestellt haben, dass wir emotionalen Schmerz mit der Nichterreichung dieses Ziels verbinden, dann werden andere Energiequellen als unsere Willenskraft angezapft. Diese Form der Autosuggestion führt dazu, dass unser Gehirn versucht konsistent zu unseren Überzeugungen zu handeln. Wir Menschen wollen in unseren Handlungen kongruent sein zu unseren Überzeugungen. Wenn wir uns also z.B. einreden, dass wir ein Mensch sind auf den Verlass ist, der ein „Selbststarter“ ist, der die Dinge immer sofort erledigt, dann wird es uns irgendwann körperlich schier unmöglich sein, wichtige Dinge nicht zu erledigen. Das Bild welches wir von uns selber im Kopf haben und das Bild welches wir abgeben (wenn wir Dinge nicht sofort erledigen), passen einfach nicht zusammen und unser Gehirn wird alles dafür tun um diesen „Offset“ zu korrigieren.

Das ist die wahre Macht der Selbstverpflichtung. Willenskraft ist dagegen wie eine Fliege im Porzellanladen. Sie kann nichts anrichten.

You always have two choices: your commitment vs. your fear“ – Samy Davis Jr.

Starte JETZT

Du bist bereit eine Entscheidung zu treffen und dich dieser voll und ganz zu committen? Dann lebe dein Leben zu deinen Bedingungen. Starte JETZT und hole dir das Manifest zum wahren Leben.

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Sei schlau und stelle Fragen wie der Teufel

„Die Qualität deiner Fragen bestimmt die Qualität deines Lebens“ – Tony Robbins

Welche Eigenschaften sorgen für ein erfolgreiches Leben?

Was ist überhaupt ein erfolgreiches Leben für mich?

Habt ihr euch diese Fragen auch schon gestellt? Ich habe in letzter Zeit vermehrt festgestellt, dass die Fragen die man sich in einem ruhigen Moment selber stellt, darüber bestimmen wo unser Fokus hingeht. Egal ob um zu reflektieren oder ein Problem zu lösen. Je mehr man darüber nachdenkt, welche Fragen man stellen sollte (und diese dann auch tatsächlich stellt), desto wahrscheinlicher, dass man die richtigen Antworten findet.

Das klingt im ersten Moment vielleicht kontra-intuitiv. Die meisten Menschen denken hart über möglich Lösungsansätze nach, wenn sie vor ein schwieriges Problem gestellt werden. Man kann Probleme aber oft viel eleganter lösen, wenn man zuerst darüber nachdenkt, welche Fragen man zu diesem Problem überhaupt stellen sollte. Oft sind es dann die offensichtlich ganz trivialen und „blöden“ Fragen, die die besten sind und zu der einfachsten Lösung führen.

Stelle „dumme“ Fragen

Die meisten Leute denken im ersten Schritt aber schon viel zu weit und überspringen die ersten paar, sehr wichtigen und anscheinend „offensichtlichen“ Fragen, die es sich nicht zu stellen lohnt.

Manchmal haben wir auch Angst diese „dummen“ Fragen zu stellen. Wir haben Angst uns zu blamieren, haben Angst, dass unsere Reputation oder Expertise leiden könnte. Vor allem aber haben wir Angst davor, was andere Leute über uns denken könnten oder uns sogar auslachen und hinter unserem Rücken über unsere „Dummheit“ lästern.

Ein paar Beispiele für solche Fragen:

„Wieso muss ich mich (müssen wir uns) überhaupt mit diesem Problem beschäftigen?“

„Wieso habe ich (haben wir) dieses Problem?“

„Wieso muss ich (müssen wir) das SO machen?“

„Welche Sache kann ich (können wir) angehen, die zunächst nichts mit meinem (unserem) konkreten Problem zu tun hat, die dieses aber als „Nebeneffekt“ löst?“

Euch werden sicherlich Situationen einfallen, in denen euch eine Frage auf der Zunge gebrannt hat, die ihr dann aber nicht gestellt habt, weil diese unangenehm erschien. Ein gutes Indiz ist immer euer Unbehagen. Je größer euer Unbehagen bei dem Gedanken eine Frage öffentlich zu stellen, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass es eine wirklich wichtige Frage ist, die unbedingt gestellt werden muss. Wenn ihr es nicht macht, wer dann?

Die 5 Wieso’s

Eine gute Möglichkeit den wahren Engpässen hinter den offensichtlichen Problemen (die vielleicht gar nicht das wahre Problem sind) auf die Schliche zu kommen, ist die Methode der „5 Wieso’s“.

Wenn man mit etwas konfrontiert wird, egal ob von außerhalb oder mit einem inneren Konflikt, sollte man fünf mal „Wieso“ fragen. Aus meiner eigenen Erfahrung weiß man spätestens nach dem dritten mal keine Antwort mehr und es kommen Sätze wie „Das haben wir schon immer so gemacht“ oder „Weil Herr Schmidt (Autoritätsperson) das so gesagt hat“.

Das sind die schlechtesten Antworten überhaupt und ein Warnzeichen dafür, dass es in Wahrheit keinen guten Grund gibt.

Kinder machen das intuitiv. Manchmal fühlen wir uns so genervt von ihren vielen „Wieso’s“ und „Warum’s“, dass wir irgendwann einen Schlussstrich ziehen, indem wir eine Autorität zitieren, meistens uns selbst, wenn wir die Eltern sind. Diese „bewährte“ Taktik zieht sich dann bis ins Erwachsenenleben durch und wird auch dort gerne angewandt.

Kinder haben auf ihre Art eine gewisse Weisheit, die uns mit in die Wiege gelegt wurde. Beim erwachsen werden, geben wir uns aber meist dem sozialen Druck hin und reihen uns in die gesellschaftlichen Konventionen ein, die uns per ungeschriebenem Gesetz verbieten, unangenehme Fragen zu stellen. Wir wollen unseren sozialen Status wahren und nicht aus der „Herde“ ausscheren, weswegen wir uns willig fügen.

Wenn uns jedoch etwas wirklich am Herzen liegt, dann sollten wir Mut beweisen und solange „Wieso“ fragen, bis wir die tatsächliche Ursache aufgedeckt haben.

Mut bedeutet nicht, dass man keine Angst verspürt, ganz im Gegenteil. Es bedeutet zu handeln, obwohl man Angst hat.

Wenn du in deinem Leben außergewöhnliche Resultate erzielen willst, dann musst du außergewöhnliche Fragen stellen. Diese sind meist die einfachsten Fragen überhaupt und so offensichtlich, dass wir sie nicht stellen oder uns aus falschen Gründen zieren sie zu stellen.

Wenn dich dieser Artikel dazu angeregt hat ein paar „unangenehme“ Fragen zu stellen, und du bereit bist dein Leben selbst in die Hand zu nehmen, dann hole dir mein kostenloses Manifest zum Leben.

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Wie du unersetzlich wirst in dem was du tust – Oder belügst du dich selber?

Sich mit dem identifizieren was man macht. Wirklich davon überzeugt sein und daran glauben. Wie wichtig das ist, habe ich erst nach dem Untergang von KYG schmerzlich lernen müssen.

Einer meiner letzten Artikel war über das Hochstapler Syndrom, welches eng mit diesem Thema der eigenen Konsistenz verbunden ist.

Ich hatte mir auf die Fahne geschrieben, ein Missionar für gesunde und gute Ernährung zu werden. Natürlich interessiere ich mich dafür, natürlich lebe ich auch danach und ich halte das nach wie vor für ein sehr wichtiges Thema. Erst im Nachhinein habe ich gemerkt, dass ich mir irgendwie wie ein „falscher Fuffi“ vorkam. Ich war nicht konsistent zu dem Bild das ich damals vermittelt hatte. Damals konnte ich noch nicht in Worte fassen was es war, dass mich gestört hatte, ja teilweise sogar innerlich zerrissen hat. In der späteren Reflexion wurde mir schlagartig klar, wo der „Fehler“ lag.

Da ich genauso ein Mensch bin wie du und jeder andere, habe auch ich meine Fehler und Schwächen. Hier mal eine Pizza (immerhin selbst gemacht), dort mal ein paar Chips, hier mal etwas  Schoki. Ab und zu den Sport sausen lassen, da Business Prio 1 war.

Wenn man natürlich gleichzeitig versucht andere Menschen von einer gesunden, starken Lebensweise zu überzeugen (mit Hilfe von gesunder Ernährung und Sport) geht das nicht 100%-ig Hand in Hand. Wir müssen als Menschen konsistent mit unseren Worten und unseren Taten sein. Menschen die das nicht sind und nicht spüren, dass etwas nicht in Ordnung ist (oder sich selber belügen und das Gefühl unterdrücken) müssen Psychopathen sein (das Wort Psychopathie kommt übrigens aus dem Griechischen und bedeutet soviel wie „leidende Seele“).

Der Fehler lag in meinen Glaubensprinzipien, welche damals nicht richtig eingestellt waren. Erst später ist mir klar geworden, dass das Eine (ab und zu Pizza oder Sport sausen lassen) das Andere nicht ausschließt (einen gesunden Lifestyle zu pflegen). Wir müssen konsistent sein in dem was wir sagen und dem was wir tun, ja. Aber das bedeutet nicht, dass wir fortan dazu verdammt sind Musterschüler zu sein und uns keine Fehltritte mehr erlauben dürfen.

Da wir Menschen holistische (ganzheitliche) Wesen sind, gilt das übrigens auch für alle andere Lebensbereiche.

Jeder Bereich unseres Lebens beeinflusst jeden anderen Bereich

Wenn wir im Job etwas machen, von dem wir nicht ultimativ überzeugt sind, dass es einem (sinnvollen) Zweck dient, werden wir unseren Job niemals gut machen, weil wir ihn nicht „gerne“ machen. Und wenn wir etwas nicht gerne machen, werden wir niemals gut darin werden. Man muss erst im Inneren, tief und fest davon überzeugt sein, dass die Tätigkeit die man ausübt sinnvoll ist und einen Nutzen bringt. Erst dann werden wir in unserer Arbeit voll aufgehen und zu jemandem werden der unersetzlich ist.

Gerade als „Wissensarbeiter“ muss man sich diese Einstellung aneignen. Wir müssen vor allem die emotionale Arbeit leisten. Wir müssen auf zwischenmenschlicher Ebene mit Leuten fair umgehen, wir müssen mit anderen Leuten Projekte ins Ziel bringen, die wir alleine nie schaffen würden. Das geht nicht, wenn man nur auf seine Karriere aus ist, nur nach seinem Vorteil jagt oder einfach nur seinen Kopf durchsetzen will. Das geht nur, wenn wir bereit sind „emotionale Arbeit“ zu leisten.

Und die Vorarbeit für gute, emotionale Arbeit ist die richtige Einstellung zu dem was wir machen. Nur wenn wir uns mit dem identifizieren können, was wir machen und davon überzeugt sind werden wir zu unersetzlichen Menschen.

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Photo by Riccardo Annandale on Unsplash

Warum Du ein Betrüger sein musst

Kennst du dieses unangenehme Gefühl im Hinterkopf? Ein leichter Druck. Es macht den Anschein als ob es ziehen würde.

Du lässt deinen Kopf kurz kreisen, um deinen Nacken zu dehnen. Du machst tapfer mit deiner Präsentation weiter.

Ist da hinten in der dritten Reihe nicht einer der gerade schäbig gegrinst hat? Und hier vorne tuscheln zwei miteinander. Die machen sich bestimmt gerade lustig über meine Vortragsinhalte. Dort drüben lachen sogar zwei. Jetzt ist es vorbei. Sie haben mich erwischt. Gleich geht bestimmt die Tür auf und einer kommt rein, FBI vielleicht. Zeigt anklagend mit dem Finger auf mich und schreit: „Betrüger!!! Wir haben dich entlarvt. Du hast überhaupt gar keine Ahnung von dem was du da erzählst. Wer hat dir überhaupt erlaubt da oben zu stehen und uns eins vom Pferd zu erzählen?!“

Das war’s. Sie haben mich.

Hast du so oder so ein ähnliches Gefühl schonmal erlebt? Bei einem Vortrag in der Schule, Uni, auf der Arbeit? Wenn Freunde oder Bekannte dich nach deinen Hobbys fragen und du ausführlich darüber berichten sollst. Wenn du in deinem Verein die hundertmal geübten Abläufe jetzt während eines Ligaspiels, Wettbewerbs oder im Turnier beweisen musst?

Ich kenne dieses Gefühl ganz sicher. Mein halbes Erwachsenenleben begleitet es mich. Egal zu welchem Zeitpunkt in meinem Leben ich etwas neues gelernt hatte oder etwas konnte, hatte ich immer das Gefühl ein Hochstapler zu sein, wenn ich darüber geredet habe oder die neue Fähigkeit praktiziert habe. Natürlich habe ich mir das Gelernte oder die Fähigkeit ganz legitim  durch Arbeit angeeignet (bei sowas gibt es meist keine Abkürzungen) und doch hatte ich immer ein unangenehmes Gefühl im Hinterkopf, dass ich doch eigentlich gar nicht befähigt bin über dieses Thema zu reden oder diese Tätigkeit auszuüben.

Auch jetzt, während ich diesen Artikel schreibe, ist da eine leise Stimme in meinem Hinterkopf, die fragt was mich dazu befähigt diesen Artikel zu schreiben?

Und doch glaube ich, dass es genau dieses Gefühl ist, dass man im Leben suchen muss.

Man muss neue Sachen lernen und anschließend mit anderen Leuten darüber reden oder es sogar lehren. Wozu lernt man neue Sachen, um nicht dazu, sie anderen Leuten beizubringen? Man wird immer das Gefühl haben, dass man über das Thema noch nicht genug weiß, um anderen Leuten etwas darüber zu erzählen. Man wird immer Unsicherheit verspüren. Man wird immer Angst haben, dass ein anderer mit erhobenem Zeigerfinger hervorspringt und einen des Betrugs anklagt.

Das soll einen jedoch nicht davon abhalten nach diesem Gefühl zu suchen, sich diesem zu stellen und es zu überwinden. Nur so kann man es auf einem oder sogar mehreren Gebieten zur Meisterschaft bringen. Man muss sein bereits gelerntes Wissen sofort anwenden. Egal wie rudimentär dieses ist. Nur so kann man das Wissen einerseits fest verankern und andererseits bei der Anwendung zu neuen, tieferen Erkenntnissen gelangen. Jedes Wissen hat mehrere Ebenen. Zu den tieferen Ebenen ein und desselben Wissens gelangt man meist erst wenn man dieses regelmäßig anwendet und praktiziert. Erst dadurch verbindet man die losen Punkte, die man bereits im Kopf hat zu neuen Strukturen und Erkenntnissen. Zwei Menschen können ein und dieselbe Sache wissen und doch hat derjenige der über das Wissen oft nachgedacht hat, es mehrmals durchgelesen hat und vor allem auch oft in der Praxis angewendet hat, ein viel tieferes Verständnis der Materie.

In meinen Augen muss man die Grenze dieses Hochstapler Syndroms pushen, wenn man erfolgreich werden will. Heute hast du vielleicht Angst über ein kleines, überschaubares Thema etwas vorzutragen. Wenn du jedoch jedes mal aufs Neue ins kalte Wasser springst und dich darin übst, wirst du irgendwann verwundert feststellen über welche großen Themen du frei reden kannst. Das Hochstapler Syndrom mag dich zwar immer begleiten. Vielleicht wird es nie weggehen. Aber du musst es anerkennen und freudig umarmen.

Nur wenn du kontinuierlich über all das von dir gelesene Wissen mit einem Selbstvertrauen vorträgst, schreibst, redest, zeichnest, machst, als wärst du bereits zu den tieferen Ebenen vorgedrungen, wirst du im selbigen Prozess wirklich zu den tieferen Ebenen vordringen.

Den Erfolg eines Menschen kann man daran messen, wie oft er bereit ist unangenehme Gespräche zu führen

Der Spruch „Fake it until you make it“ hat auch seine tiefere Bedeutung und gilt auch für das Hochstapler Syndrom. Man muss es so lange in gutem Glauben vortäuschen, bis man es wirklich kann oder hat.

Habt ihr auch das Hochstapler Syndrom? Seit ihr euch dessen bewusst oder wusstest ihr bisher nur, dass da etwas ist, aber ihr konntet es nicht benennen? Wie geht ihr damit um?

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Eine Verhaltensweise welche Dich von anderen Entrepreneuren unterscheidet

Ok, seien wir mal ehrlich. Jeder liebt süße Katzenvideos. Sie sind überall – Facebook, YouTube, Instagram. Alle Social Media Kanäle sind voll davon. Ich muss gestehen, auch wenn ich Katzen gar nicht mag, dass diese Videos etwas hypnotisches an sich haben. Man kann gar nicht anders als diesen kleinen, süßen Biestern beim tapsigen Spielen zu zuschauen.

In der Business Welt heißt es immer, dass man den Leuten das geben soll was sie wollen. Oder anders ausgedrückt: Bediene die Nachfrage, dann hast du auch Erfolg. Das würde im obigen Beispiel übersetzt heißen, dass wir den Leuten noch mehr Katzenvideos, noch mehr „Endlich Freitag“ Memes und noch mehr Ehe-Witze geben sollen. Dafür gibt es einen Markt, keine Frage. Und es gibt Leute die mit solchen Sachen geschäftlich erfolgreich sind. Aber heißt das jetzt, dass das gleich alle machen sollen? Wo führt uns das als Individuen, die kontinuierlich nach Wachstum und Selbstverwirklichung streben, hin?

Für alle die sowohl für sich selber, als auch für die Gesellschaft als solche, in der wir als aktives Mitglied leben, etwas Bedeutenderes suchen, habe ich folgenden Ansatz:

Nicht die Nachfrage erschafft das Angebot, sondern das Angebot erschafft sich seine eigene Nachfrage!

Wie genau meine ich das?

Wenn wir obiges Beispiel betrachten, dann haben wir in einem kapitalistischen Sinne die Möglichkeit zwischen zwei Optionen zu wählen. Wir können uns auf die Seite der Versorger schlagen oder wir können zu Schöpfern werden.

Die Versorger bedienen nur den Markt. Kurz: Sie produzieren noch mehr Katzenvideos und andere kurzweilige Unterhaltung. Das ist der einfache Weg. Er ist sicher, weil der Markt die Nachfrage bereits bewiesen hat.

Kurzweilige Unterhaltung bringt uns als Individuen und auch als Gesellschaft aber nur bis zu einem gewissen Punkt. Und dieser ist sehr schnell erreicht.

Katzenvideos werden wahrscheinlich niemals wirklich aus der Mode kommen, aber wenn du eins gesehen hast, hast du jedes gesehen und dann werden sie langweilig.

Die Alternative: zum Schöpfer werden. Ein Schöpfer ist jemand, der durch sein kreatives Tun seine eigene Nachfrage erschafft. Es ist ihm egal was gerade in Mode ist. Er verfolgt seine eigene Agenda. Wenn du erstmal deine Überzeugungen im Leben gefunden hast, dann solltest du diese auch vertreten. Damit meine ich nicht, dass wenn einmal der sehr unwahrscheinliche und seltene Fall eintritt, dass dich jemand aus dem Nichts heraus nach deinen Überzeugungen fragt, du sie ihm ganz offen und mutig mitteilst. Damit meine ich eher, dass du deine Ansichten aktiv vertrittst.

Was auch immer dein kreatives Ventil dafür ist – schreiben, zeichnen, fotografieren, filmen, tanzen, Produkte erfinden, anderen Menschen helfen. Wenn du jemals das Bedürfnis hattest dich selbst zu verwirklichen, deine Ideen umzusetzen, deine Kreativität einzusetzen, deine Träume zu leben, dann tu es einfach. Und genau hier liegt auch deine Chance, dein Leben zu deinen Bedingungen zu leben, dich selbst zu verwirklichen und ultimativ glücklich zu werden.

                                     „How we spend our days, is, of course, how we spend our lives“ – Annie Dillard

Nur wenn wir genug Schöpfer haben, die durch ihr unablässiges Schaffen die Gesellschaft mit Sinnvollem versorgen, werden wir die Nachfrage nach Substanziellem über das Oberflächliche erhöhen.

Jeder, auch Du, kann dazu beitragen, dass wir zukünftig mehr „gutes“ Business machen. Was auch immer das heißen mag, aber noch mehr Katzenvideos in meinem Facebook Feed ertrage ich einfach nicht mehr.